Staßfurt aktuell 2

Wenn die Pumpen laufen, kommt der See!

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Im Jahr 2006 feiert die Stadt Staßfurt ihr 1200-jähriges Jubiläum. Bis dahin soll die Stadt baulich noch attraktiver geworden sein. Das Anlegen eines Sees auf dem Wendelitz gehört dazu. Doch um gerade im bergbaugeschädigten Stadtbereich handeln zu können, muss das Grundwasser mit einer dezentralen Wasserhaltung reguliert werden. Zu diesem Zweck entsteht das Pumpwerk in der Heinrich-Zille-Straße. .
Staßfurts Bürgermeister Martin Kriesel erinnerte daran, dass die komplizierten geologischen Verhältnisse am Staßfurt - Egelner Salzsattel in Verbindung mit dem seit 1851/52 jahrzehntelang betriebenen Salzbergbau zur Herausbildung eines heute noch aktiven Bergschadensgebietes von 200 ha Größe führten. Als Folge weiträumiger Senkungen von maximal sieben Metern mussten zentrale, stadtgeschichtlich wertvolle Teile der Innenstadt abgerissen werden. Bedingt durch die Senkungen ist die Erdoberfläche in Teilbereichen der Innenstadt bereits in den natürlichen Grundwasserhorizont eingetaucht. Bedingt durch die Geländehöhen ist eine Regenwasserableitung im freien Gefälle in Richtung Bode nicht mehr möglich.

Zur Trockenhaltung von Teilen der Innenstadt wird am Standort Heinrich-Zille-Straße seit 1923 eine zentrale Pumpstation betrieben, die der Grundwasserabsenkung und der Regenwasserableitung dient. Zurzeit werden im Mittel täglich ca. 700 Kubikmeter
Grundwasser mit knapp 30 Tonnen Salz gefördert und in die Bode geleitet. Die Pumpstation Zillestraße erzeugt einen nahezu konzentrischen und maximal zirka. 4 Meter tiefen Absenkungstrichter. Grundsätzliche städtebauliche Zielstellung ist die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des betroffenen historisch wichtigen Innenstadtbereiches, der wesentlicher Bestandteil des Staßfurter Stadtzentrums ist. Eine Verbesserung der Situation kann durch eine Dezentralisierung und Optimierung der Wasserhaltung erreicht werden", sagte Martin Kriesel. Das im Ergebnis einer Variantenuntersuchung durch IHU Stendal erstellte Konzept einer optimierten dezentralen Wasserhaltung ist im Januar 1999 durch den Stadtrat Staßfurt beschlossen worden. Es ist auf eine gezielte Trockenhaltung baulich genutzter Bereiche einerseits und auf eine gesteuerte Vernässung leer geräumter Bereiche andererseits ausgerichtet.
Dieses Konzept ist eine wesentliche Grundlage für die Strategie der weiteren städtebaulichen Entwicklung des Staßfurter Altstadtgebietes, das zum Sanierungsgebiet "Alt Staßfurt" gehört. Es bildet insbesondere die Basis für das Entwässerungskonzept, das seit 1999 in Bauabschnitten umgesetzt wird.

Das Kernstück des neuen Entwässerungssystems ist die Hebestelle Zillestraße. Der vorhandene Speicherbehälter wurde 1923 errichtet. Aufgrund der langen Nutzungsdauer der Anlage in Verbindung mit den erfolgten Absenkungen im Bergschadensgebiet sind erhebliche Bauschäden vorhanden. So ist die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet, der Behälter ist undicht und für die alten Pumpen gibt es keine Ersatzaggregate mehr", erklärte Martin Kriesel.
Aus den genannten Gründen wird seit Oktober 2003 unmittelbar südwestlich neben dem bestehenden Pumpwerk ein Ersatzneubau realisiert, der im Mai 2005 in Betrieb gehen soll. Dieser Ersatzneubau wird aus dem Programm Bergbausanierung des Wirtschaftsministeriums gefördert. Das Bauwerk kostet 2,3 Millionen Euro.
In die neue Pumpstation, ist unterirdisch aus mehreren Kammern besteht, wurden 760 Kubikmeter Beton, 60 Tonnen Stahl und 1.320 Quadratmeter Spezialdichtungsplatten verbaut.
Ein Pumpwerk hebt das eingelaufene salzige Grundwasser aus der tiefsten Kammer und befördert das Wasser über ein Rohr in das Regenwassernetz in der Gollnowstraße. Zwei weitere Pumpen werden aktiv, wenn auch Mengen von Regenwasser in die Kammer fließen.

Die durch Bergbaufolgen in großen Teilen verlorene Stadtmitte bildet die Grundlage für die Beteiligung der Stadt Staßfurt an der internationalen Bauausstellung "IBA Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010". Unter dem Thema "Aufheben der Mitte" ist als erste Etappe im Rahmen der IBA-Teilnahme Anfang 2004 ein interdisziplinäres Planungsverfahren mit Architekten Stadtplanern und Landschaftsarchitekten durch-
geführt worden. Zielstellung war die Erlangung von Ideen und Konzepten zur Entwicklung der Innenstadt unter den genannten komplizierten Rahmenbedingurigen mit Schwerpunkt im Vernässungsbereich Markt! Wendelitz. Gegenwärtig
wird an der Konkretisierung einer Vorzugsvariante für dieses Areal gearbeitet, informierte das Stadtoberhaupt. Nach Fertigstellung des Benneck`schen Hofes kann der Wochenmarkt ab Herbst 2004 auf diesen neuen Standort umziehen. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass noch Ende 2004 mit vorbereitenden Maßnahmen für die Umgestaltung Markt Wendelitz begonnen werden kann.

 

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